KI-Fundus 2026 – KW34

Alles, was rund um Künstliche Intelligenz im Moment passiert: Links, aktuelle Entwicklungen, Bücher und mehr

Hallo in die Runde! Ich hoffe, ihr kennt mich noch. 🙂 Ich bin die, die euch immer mal wieder mit neuen, spannenden oder manchmal auch etwas kuriosen Fundstücken rund um KI versorgt. In letzter Zeit war es hier etwas ruhiger – aber ab jetzt hoffentlich wieder etwas häufiger!

Diese Woche hat sich jedenfalls spontan so viel angesammelt, dass ich einiges unbedingt mit euch teilen möchte. Mit dabei:

  • ein ziemlich cooles Spiel, das so vermutlich nur mit KI möglich ist,
  • aktuelle Zahlen dazu, was KI wirklich mit unserem Arbeitsmarkt macht,
  • und Comics, die komplexe KI-Themen erstaunlich gut auf den Punkt bringen.

Ihr mögt GeoGuesser? Dann werdet ihr WenWare lieben!

GeoGuessr kennen vermutlich einige von euch: Man landet irgendwo auf der Welt, sieht eine Aufnahme aus Google Street View und muss anhand von Straßenschildern, Landschaft, Architektur oder manchmal auch nur einem verdächtig aussehenden Strommast herausfinden, wo man sich befindet.

WenWare nimmt dieses Prinzip und setzt noch einen drauf. Denn hier müsst ihr nicht nur herausfinden, wo ihr seid, sondern auch wann.

Das Spiel zeigt euch KI-generierte Bilder historischer Szenen und Ereignisse. Eure Aufgabe: möglichst schnell erkennen, welchen Ort und welche Zeit das Bild darstellen soll. Das funktioniert überraschend gut und ist gleichzeitig ein schönes Beispiel dafür, was generative KI inzwischen kann: Geschichte wird plötzlich visuell erlebbar, ohne dass es von der dargestellten Szene jemals ein echtes Foto gegeben haben muss.

Und ganz nebenbei merkt man, wie schwierig es sein kann, eine Epoche nur anhand von Kleidung, Architektur oder kleinen Details richtig einzuordnen.

Für mich definitiv ein Spiel mit Suchtfaktor:

https://wen-ware.com/play/

Die KI nimmt uns alle Jobs! Nicht wirklich …

Kaum ein Thema begleitet den aktuellen KI-Hype so hartnäckig wie die Frage: Welche Jobs werden durch KI ersetzt?

Seit Jahren gibt es dazu Prognosen: von „eigentlich ändert sich gar nicht so viel“ bis hin zu „in wenigen Jahren arbeitet sowieso niemand mehr“. Inzwischen haben wir allerdings einen Vorteil: Wir müssen nicht mehr nur spekulieren. Langsam gibt es genügend reale Daten, um zumindest erste Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt beobachten zu können.

Aktuell gibt es dazu unter anderem Untersuchungen von Yale, Stanford und S&P Global. Da ich mich gerade für ein Projekt intensiver mit dem Arbeitsmarkt und den Auswirkungen von KI beschäftige, fand ich die Ergebnisse besonders spannend.

Die kurze Zusammenfassung: Den großen, flächendeckenden Stellenabbau durch KI sehen wir bisher nicht.

Zumindest in den USA lässt sich aktuell kein eindeutiger Trend erkennen, nach dem KI bereits massenhaft Jobs vernichtet. Der Arbeitsmarkt ist zwar insgesamt angespannt, aber dabei spielen natürlich auch die allgemeine Wirtschaftslage und andere Faktoren eine Rolle. Die oft vorhergesagten Massenentlassungen aufgrund von KI lassen sich in den Daten bisher nicht klar erkennen.

Eine Gruppe fällt allerdings auf: junge Softwareentwickler:innen.

Gerade bei Berufseinsteiger:innen in stark KI-exponierten Tätigkeiten zeigt sich eine deutlich schlechtere Entwicklung. Das ist besonders interessant, weil Softwareentwicklung gleichzeitig einer der Bereiche ist, in denen generative KI schon heute sehr konkret eingesetzt werden kann – etwa zum Schreiben, Erklären, Testen oder Überarbeiten von Code.

Das bedeutet noch lange nicht, dass „Softwareentwickler:in“ ein aussterbender Beruf ist. Aber es könnte ein erstes Indiz dafür sein, wie KI den Einstieg in bestimmte Berufe verändert: Vielleicht verschwinden nicht sofort ganze Berufsbilder, sondern zunächst bestimmte Aufgaben – und damit möglicherweise auch klassische Junior-Rollen, über die Menschen bisher in einen Beruf hineingewachsen sind.

Ich glaube, genau diese Entwicklung wird in den nächsten Jahren mindestens genauso spannend wie die Frage, welche Berufe irgendwann komplett automatisiert werden können.

https://digitaleconomy.stanford.edu/project/indicators/canaries-dashboard/

https://budgetlab.yale.edu/research/tracking-impact-ai-labor-market

https://www.spglobal.com/en/research-insights/special-reports/ai-impact-on-employment-2026

Doc J Snyder: Comics, die KI erklären

Mein dritter Fund diese Woche kommt aus einer ganz anderen Richtung.

Über die Bundeszentrale für politische Bildung bin ich auf Dr. Julia Schneider, auch bekannt als Doc J Snyder, gestoßen. Sie hat selbst als KI-Beraterin gearbeitet und beschäftigt sich heute unter anderem damit, komplexe Themen rund um künstliche Intelligenz mithilfe von Comics verständlich zu machen.

Besonders hängen geblieben ist bei mir ihr Comic „A Pigeon’s Tale“. Darin beschäftigt sie sich mit einer Frage, die in der aktuellen KI-Diskussion meiner Meinung nach viel zu selten vorkommt: Wie wägen wir den Nutzen von KI gegen ihre ökologischen Kosten ab?

Denn natürlich kann KI Prozesse effizienter machen, Forschung beschleunigen, uns Arbeit abnehmen oder – wie WenWare – völlig neue Anwendungen ermöglichen. Gleichzeitig benötigen Training und Betrieb großer KI-Modelle erhebliche Mengen an Rechenleistung, Energie und Infrastruktur.

Der Comic schafft es, diese Zusammenhänge greifbar zu machen, ohne daraus eine trockene Abhandlung zu machen. Und genau deshalb finde ich das Format so spannend.

https://www.pigeonstale.ai/team-de

Erzählt doch mal, was beschäftigt euch aktuell so?

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